9 Nov 2011

Das macht dann zwei Links fünfzig!

Für Inhalte wird im Internet nicht mit Geld bezahlt, sondern mit Aufmerksamkeit in Form von Empfehlungen - per Link, Post oder Tweet

„Ich will alles, und zwar kostenlos“ ist eine weit verbreitete Attitüde im Netz, auch bei mir. Warum sollte man für Online-Inhalte bezahlen, wenn das kostenfreie Konkurrenzangebot nur einen Mausklick entfernt liegt? Zumal im Zuge der Digitalisierung nicht nur die Menge an Inhalten explodiert ist, sondern deren Wert gleichzeitig signifikant abnimmt. Denn im Internet kann wirklich jeder ohne technisches Wissen seine Meinung veröffentlichen. Investieren muss man dafür nichts  - außer seine Zeit. Inhalte, vor allem auf Blogs, entstehen deshalb zu einem Großteil ohne die Absicht, damit Geld zu verdienen. Nur eines wollen sicherlich alle: wahrgenommen werden.

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5 Oct 2011

Die Zukunft heißt Print

Mmmh, journalistische Inhalte haben es schwer im Netz. So richtig will es sich aus Sicht der großen Verlage noch immer nicht lohnen, die teuer produzierten Geschichten einfach so online zu stellen. Deshalb gehen sie nach Dekaden des Herum-Experimentierens jetzt den einzig nachvollziebaren Weg: Raus ausm Netz.

Was man als aufmerksamer Konsument deutscher Qualitätsmedien natürlich längst wusste, hat Thierry Chervel auf perlentaucher zusammengefasst:

"In zwanzig Jahren Internet sind die deutschen Zeitungen einen Sonderweg gegangen. Sie haben sich - mit Zwischenphasen - immer mehr vom Netz abgeschottet. Es gibt sie, abgesehen von den Epapers und Online-Archiven, praktisch wieder nur noch im Print."

27 Aug 2011

Ein Link ist 25 bis 65 EUR wert

Endlich mal jemand, der belegbare Zahlen liefert: Sascha Pallenberg, Gründer von netbooknews.de und einer der wenigen Großverdiener innerhalb der deutschsprachigen Blogosphäre, benennt im Zusammenhang mit dem "Bloggergate" und Schleichwerbungsskandälchen um onlinekosten.de den konkreten monetären Wert eines Links. Das Interview stammt von den Netzpiloten und wurde von meinem Freund Stefan Mey auf der re:publica 11 geführt.

<p>Interview Sascha Pallenberg from Netzpiloten on Vimeo.</p>

27 Mar 2011

Die Ökonomie von Blogs. Oder: Das Ende der Geldökonomie

Dieser Text ist ein Auszug aus der Einleitung meiner Magisterarbeit.

Die Digitalisierung der Medien hat grundlegende medienökonomische Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt. Verkaufserlöse und Werbeeinnahmen, die beiden traditionellen Säulen des journalistischen Geschäftsmodells, sind im Internet einem nachhaltigen Erosionsprozess ausgesetzt und können die Refinanzierung der Kosten für die Produktion der Inhalte in der Regel nicht mehr eigenständig gewährleisten.

Treibende Kräfte dieser Entwicklung sind in besonderem Maße die fehlende Zahlungsbereitschaft für Online-Inhalte, maßgeblich geprägt durch die im Internet vorherrschende Gratis-Mentalität, sowie das miserable Preis-Niveau für Online-Werbung, welches nicht zuletzt aus der scheinbar unbegrenzt vorhandenen Werbefläche im Internet resultiert. „You get lousy pennies on the web“ beklagte vor einiger Zeit der deutsche Verleger Hubert Burda: Medieninhalte haben im Internet ein veritables Finanzierungsproblem.

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6 Jan 2011

Die Reputationsökonomie

Wie sieht das Geschäftsmodell deutscher Blogger aus? Antwort: "Sich als Journalist einen Namen machen, für den man als Berater Geld verlangen kann." 

Das sieht zumindest die FAZ so - in einem, mit Verlaub, recht kritischen Dossier anlässlich der re:publica 2010 (auf der ich als Speaker anwesend sein durfte). Ein ähnliches Fazit, selbstredend auf 150 Seiten geringfügig profunder, ziehen wir in unserer kürzlich abgeschlossenen Magisterarbeit und nennen dieses Phänomen "Beratungsökonomie". Markus Beckedahl, selbst Mitglied der Zunft und Thema des FAZ-Dossiers, findet "Reputationsökonomie" zutreffender. Bitteschön!

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9 Nov 2010

Blogcharts-Gründer Jens Schröder: Links sind des Bloggers´ Lebenselixier

Die Bedeutung von Links für die Steuerung der Aufmerksamkeit von Internetnutzern habe ich in diesem Blog bereits skizziert. Stefan Mey vom Medien-Ökonomie-Blog hat zu diesem Thema nun ein sehr interessantes Interview mit Jens Schröder veröffentlicht, der den Wert von Verlinkungen für Blogger konkretisiert.

Schröder stellt seit vier Jahren die Deutschen Blogcharts zusammen und hat sich in dieser Zeit zu einem Fachmann der deutschen Blogosphäre entwickelt.

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2 Oct 2010

Wie Blogs den Wert von digitalen Inhalten zerstörten (nach Clay Shirky)

An der fehlenden Zahlungsbereitschafts für Online-Content (wie hier von mir skizziert) ist auch die Flut von Inhalten auf Blogs schuld.

In dem bereits im Oktober 2002 veröffentlichten Text "Weblogs and the Mass Amateurization of Publishing" erklärt der Internet-Vordenker Clay Shirky sehr anschaulich, warum mit der weltweit zunehmenden Nutzung von Blogs der finanzielle Wert von Inhalten zerstört wird:

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23 Aug 2010

Fotos von der re:publica 2010

Über den Flickr-Account der re:publica sind ein paar Fotos aufgetaucht, die unseren Auftritt dokumentieren.

(Für das komplette Album einfach auf das Foto klicken.)

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8 Jul 2010

Facebook Credits: Der Weg zur Webwährung

Die Vision ist bekannt: Eines Tages könnten Facebook Credits zu einer bedeutenden virtuellen Währung fürs Web werden. Es scheint, als beschleunige Facebook sein Credits-Vorhaben.

Dass Facebooks hauseigene Währung “Facebook Credits” eines Tages zu einem bedeutenden virtuellen Zahlungsmittel im Web werden könnte, darüber wird schon sehr lange spekuliert. Im Vergleich zu anderen Projekten des Social Networks wie den Open-Graph-Funktionen oder dem anstehenden Launch ortsbezogener Features hält sich die (mediale) Aufmerksamkeit für Credits aber noch einigermaßen in Grenzen.

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21 Apr 2010

Re:publica 2010 - Blog- und Bloggertypologien

Click here to download:
Blog- und Bloggertypologien Finale Fassung.pdf (10.78 MB)
(download)

Die Folien zu unserem Vortrag:
Re:publica 2010 - Blog- und Bloggertypologien (Stefan Mey und Philipp Katzer).

Philipp Katzer's Space

Die Asymmetrie ist offensichtlich: Auf der einen Seite der Journalismus, der, wenn er gut sein soll, Geld kostet. Auf der anderen Seite die heutigen Mediennutzer, die für journalistische Inhalte nichts mehr bezahlen wollen - jetzt, da im Internet das kostenlose Konkurrenzangebot "nur einen Mausklick entfernt ist".

Und Werbung, die einzige verbliebene Erlösquelle? Funktioniert in den analogen Medien stetig schlechter, wandert aber lange nicht so schnell ins Internet, wie die Konsumenten.

Die Rechnung ist gleichsam einfach wie bitter: Wenn sich Journalismus weder durch Verkaufserlöse noch durch Werbung ernährt, wie kann er dann überhaupt überleben?

Dringend gesucht: Ein verheißungsvolles Geschäftsmodell für Qualitätsjournalismus.
Ideen? Gerne an: philippkatzer@googlemail.com.